Recap – Searchmetrics Summit Berlin 2015

Auch dieses Jahr fand wieder das Searchmetrics Summit in Berlin statt. Hierzu lud Searchmetrics am 12.11.2015 ins Leonardo Hotel am Alexanderpatz ein und bot den Teilnehmern eine großartige Gelegenheit zum Wissenstransfer und Networken. In acht spannenden Sessions teilten namenhafte Speaker aus dem deutschen und englischen Raum ihr Wissen und ihre Praxiserfahrungen mit den Teilnehmern. Es wurde vorgetragen, diskutiert und einige Vorträge luden sogar zum herzlichen Lachen ein.

Für alle diejenigen, die an diesem spannenden Event nicht teilnehmen konnten, haben wir einen kleinen Recap erstellt. Viel Spaß beim Lesen!

Keynote Volker Smid, Searchmetrics

 

Den Start des Summits machte Searchmetrics CEO Volker Smid mit seiner Keynote, in der er sich der Frage „Wie relevant ist SEO & Content in 2015 ff.?“ widmete. Dabei ging er zum einen auf die bisherige rasante Entwicklung des Internets und des E-Commerce ein und zum anderen auch auf die steigende Vernetzung der Welt, die zur Erschließung neuer Märkte führt. Bereits heute sind mehr als 3 Mrd. Menschen mit dem Internet verbunden -mehr als die Hälfte davon auch mobil. Der Handel findet heute schon zu einem großen Teil im Netz statt und wenn nicht der Purchase an sich so doch zumindest der Research. Die große Herausforderung liegt für viele Unternehmen folglich darin, für ihre Kunden im Netz mit den relevantesten Inhalten sichtbar zu sein, womit dann auch die Frage nach der Relevanz von SEO und Content beantwortet und gleichzeitig die zwei wichtigsten Punkte genannt wären, die sich durch alle Vorträge gezogen haben: Sichtbarkeit & Relevanz.

Marina Sverdel, Metro Cash & Carry
“Personalized Customer Experience”

 

Weiter ging es mit dem Vortrag von Marina Sverdel von der Metro Cash & Carry zum Thema „Personalized Customer Experience“. Ein besonders interessanter Vortrag, da Frau Sverdel auch viel von ihren Erfahrungen in einem Unternehmen, welches den Sprung von traditioneller Werbung in Form von Printmedien in das digitale Zeitalter schaffte, mit uns geteilt hat.  Auch sie verdeutlichte in ihrem Vortrag die Wichtigkeit für ein Unternehmen, mit seinen Produkten für den Kunden auf seiner Customer Journey – die wesentlich fragmentierter ist als noch vor einigen Jahrzehnten – mit den relevanten Inhalten sichtbar zu sein. Hierzu machte sie deutlich, wie wichtig es ist den Kunden zu verstehen, eine Brand Position zu entwickeln und mit personalisierten Inhalten die Bedürfnisse des Kunden „in the moment of need“ zu bedienen und dabei den Brand Promise zu jedem Zeitpunkt zu erfüllen. Um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern, ist es enorm wichtig die Erkenntnisse zu den Kunden, die man aus der Data Intelligence gewinnt, in eine personalisierte Kommunikation zu übertragen. Oder um es in den Worten von Frau Sverdel auf den Punkt zu bringen: Wenn Content King ist, ist Personalisierung Queen.

Frank Piotraschke, Optimizely
“Optimierung Ihres Online-Traffics – Wie Sie Online-Besucher zu Kunden machen”

 

Der nachfolgende Vortrag von Frank Piotraschke von Optimizely führte in die Thematik „Wie Sie Online-Besucher zu Kunden machen“ ein.


In seinem Vortrag ging er auf die Notwendigkeit ein, seinen Online-Traffic richtig zu optimieren, um diesen anschließend auch in der entsprechenden Conversion münden zu lassen.

Er führte ein Beispiel an, welches darlegt, dass das Verhältnis der Ausgaben für Traffic gegenüber der Onsite-Optimierung bei 92:1 liegt. Die allgemeine Reaktion auf diese Zahlen spiegelte sich in so manchem verblüfften Stirnrunzeln wieder. Das allgemeine Verständnis für das Zusammenspiel von Traffic und Onsite-Optimierung ist für viele Unternehmen noch nicht ganz greifbar.

Daher erschließt sich auch die Rate, welche einer Studie von eConsultancy entspringt, dass 78% der befragten Unternehmen mit ihrer Conversion Rate unzufrieden seien. Eine spontane Nachfrage im Publikum konnte diesen Trend bestätigen. Nachfolgend führte Piotraschke durch verschiedene Fallbeispiele und vermittelte schlussendlich klare Leitsätze.

Diese liegen alle in der Notwendigkeit der Personalisierung und dem steten Testing neuer Templates. Vorzugsweise natürlich mit A/B Tests. Denn einzig durch ein kontinuierliches Testing könne man auch so manche vorgefestigte Meinung eines Kunden umformen. Denn nicht immer ist das Bauchgefühl die beste Entscheidungsgrundlage.

Bastian Grimm, Peak Ace AG
„Crawl-Budget Optimierung“

 

Im Anschluss folgte der gekürzte aber nicht minder informative Vortrag von Bastian Grimm, welcher mit seinem Thema „Crawl-Budget Optimierung“ so manch einem Kopf im Publikum zum Rauchen brachte. Bastian gab in 45 Minuten einen umfassenden Überblick in die technischen Baustellen einer jeden Domain. Er betonte, dass die richtige Optimierung und Überwachung des Crawl-Budgets noch von so manchen Webmaster ignoriert wird. Klare Strukturen und die Relevanz der zu indexierenden Inhalte stehen hier im Vordergrund.

Die wichtigsten Learnings der Session sind in folgende Punkte zusammengefasst:

  • Priorisierung der Inhalte
    Wichtige Inhalte einer Seite sollten für den User und den Crawler nie weiter als max. 5 Klicks entfernt sein.
  • Interne Verlinkung
    Es ist stets sicherzustellen, dass jede Unterseite den besten internen Link bekommt. Dabei sollte auf die kontextuelle und semantische Relevanz geachtet werden.
  • Kontrolle des Crawlers / Indexierungsmanagement
    Gemäß eines sauberen Indexierungsmanagements sollten Seiten ohne ausreichende Relevanz für den Index via Robots-Meta-Tag gesperrt werden. Hierzu gehören z.B. Paginierungsseiten oder PDF Dateien. Es sollte sich stets die Frage gestellt werden, ob diese Seite tatsächlich signifikanten Mehrwert bietet, um eine Indexierung zu rechtfertigen. Es wird empfohlen, Seiten ohne hinreichenden Traffic zur Einsparung des Crawl-Budgets bestenfalls komplett zu löschen.
  • Weiterleitungen
    Weiterleitungen sollten soweit möglich vermieden werden, um das Crawl-Budget nicht unnötig zu belasten. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass eine Weiterleitungskette grundsätzlich vermieden werden sollte, da Google bekanntlich nach der fünften Weiterleitung abspringt.
  • Canonical-Tags
    Oder anders ausgedrückt: „Der Redirect des armen Mannes“. Dieser Ausspruch vermittelt gezielt die Empfehlung, dass der Canonical-Tag keine schlechte Website-Architektur retten kann. Es gilt stets der Fakt, dass ein Canonical-Tag einzig ein Hinweis für Google ist und es somit keine Garantie gibt, dass dieser auch verfolgt wird.
  • Site-Speed
    Die Ladezeit einer Seite ist aus zweierlei Hinsicht ein Thema, was nicht vernachlässigt werden sollte. Zum einen ist sie offiziell seit 2010 ein Rankingfaktor und zum anderen führt eine langsame Website, egal ob Desktop oder Mobile, zu einer erhöhten Return-to-SERP-Rate. Für Google stellt dies eine schlechte User Experience dar. Eine entsprechende Optimierung der Ladegeschwindigkeit kann daher mit Tools wie webpagetest.org in Angriff genommen werden.

 

Georg Matzat, ProSiebenSat.1Digital GmbH
„Mobile Shift“

 

Georg Matzat von der ProSiebenSat.1 Digital GmbH ist in einem extrem unterhaltsamen und lustigen Vortrag auf die Notwendigkeit und die Herausforderungen des Mobile Shifts eingegangen. Diese liegen insbesondere darin, dass sich das Nutzungsverhalten auf mobilen Endgeräten deutlich vom dem auf dem Desktop unterscheidet, sei es aufgrund anderer Bedürfnisse (andere Suchintention) oder anderer Umstände (Datenvolumen, mobile Nutzung unterwegs, auf Arbeit etc., welche zu einer kürzeren Time-on-Site führt, etc. pp.). Wie man diese Herausforderung meistert und unter diesen veränderten Bedingungen trotzdem seine Unternehmensziele erreicht, konnte Herr Matzat ehrlicherweise nicht beantworten. Dafür zeigte er sich umso interessierter an den möglichen Lösungsvorschlägen aus dem Publikum – respektive den anwesenden Mitbewerbern ;).

Raphael Bienz, BlueGlass
“Measuring Content Marketing Success“

 

Nach dem lustigen Vortrag wurde es dann wieder etwas ernster bei dem Vortrag von Ralph Bienz von BlueGlass zum Thema „Measuring Content Marketing Success“, aber auch nicht weniger interessant. Es wurde auf verschiedene Punkte diesbezüglich eingegangen, wie zum Beispiel die steigende Erwartung an die Messbarkeit der Effektivität von Content Marketing Kampagnen, die Relevanz der Erfolgsmessung, die Vorteile gegenüber dem ‚Einkaufen‘ von Traffic, die richtigen KPIs und Methoden der Erfolgsmessung. Fazit: Letztendlich zählt nur die Conversion bzw. der ROI, denn wie es so schön im Vortrag hieß: Likes don’t pay the bills.

Marcus Tober, Searchmetrics
“Why a data-driven Content Strategy needs to be the foundation to grow your audience“

 

Zum Abschluss der Searchmetrics Summit 2015 betrat Marcus Tober die Bühne.

Er schlug mit dem bestehenden Jubiläum der „Zurück in die Zukunft“ Filmreihe wieder den Bogen zu seinem Vortragstitel: „Back to Relevance“. Dieser Titel ist als Sinnbild der aktuellen Situation zu sehen. Der tägliche Informationsfluss ist für jeden immer und überall abrufbar und muss sich daher der gesteigerten Erwartungshaltung der User anpassen. Die Informationen müssen darauf ausgerichtet sein, dass sie schnell und ohne langes Suchen verfügbar sind.

Im weiteren Verlauf der Session ging Tober wieder auf das Aussterben des einzelnen Keywords ein. Holistische Webinhalte mit einem breitgefächerten und relevanten Inhalt seien der einzig wahre Weg, um der wachsenden Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.


Die anschließende Q&A Runde endete mit einem informativen Wissensaustausch zwischen den Speakern und dem Publikum und gab so manchem Teilnehmer neuen Input und eine Menge spannender Eindrücke mit auf den Weg.

Schlussendlich bot die Searchmetrics Summit durch die breitgefächerten Themengebiete der verschiedenen Speaker, einen umfassenden Wissenstransfer an und ist daher nur zu empfehlen. Wir freuen uns, dass wir diese Jahr dabei sein durften und sind gespannt, welche Sessions uns nächstes Jahr wieder erwarten.

Dieser Recap entstand in Zusammenarbeit von Nihal Caglayan (SEO Manager) und Chantal-Virginie Stab (SEO Manager).

Nihal_CaglayanChantal Stab

Author bio:

Chantal-Virginie Stab ist SEO Manager bei der Peak Ace AG und erarbeitet zusammen mit ihren Kollegen strategische und technische Maßnahmen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung. Zuvor absolvierte sie ein Bachelorstudium mit dem Schwerpunkt Medienmanagement/ Wirtschaftskommunikation.

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