Content-Seeding – So findet ihr die passenden Kommunikationskanäle

Starker Content ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Marketing-Strategie. Doch damit die Inhalte ihre volle Wirkung entfalten können, ist es notwendig, eine hohe Anzahl von Menschen zu erreichen. Nur selten stellen sich virale Effekte dabei von ganz alleine ein, vielmehr ist es erforderlich die Inhalte aktiv zu streuen – an dieser Stelle beginnt das Content-Seeding.

Was ist „Content-Seeding“?

Content-Seeding ist als fester Bestandteil einer jeden Content-Strategie mindestens genauso wichtig, wie die Inhalte selbst. Das „Seeding“ beschreibt das Verbreiten (wörtlich übersetzt das „Säen“) von Inhalten auf relevanten Webseiten und sozialen Netzwerken. Dies geschieht mithilfe von Multiplikatoren, wie anderen Usern oder Bloggern. Ist eine kritische Masse an Leuten erst mal erreicht, wird der Content von diesen Multiplikatoren weiter gestreut und die Reichweite wächst im Optimalfall eigenständig weiter. Doch wie findet man diese Multiplikatoren und über welche Kanäle kann man sie erreichen? Diese Fragen sollen im folgenden Artikel beantwortet werden.

Zielgruppe finden und Influencer aufspüren

Um Content gezielt platzieren zu können, sind Informationen über die Zielgruppe unerlässlich. Vor dem Content-Seeding steht deshalb immer eine genaue Analyse und Recherche der Zielgruppe. Es gilt herauszufinden:

  • Auf welchen Websites, Blogs oder Social Media Kanälen ist meine Zielgruppe aktiv?
  • Welche Anliegen und Interessen verfolgt meine Zielgruppe?
  • Gibt es bereits wertvolle Daten über bestehende Kunden, die ich für mein Content-Seeding nutzen kann?

Entscheidend dabei ist es, die richtigen Meinungsmacher (Inlfuencer) als Multiplikatoren für eure Inhalte zu identifizieren. Influencer können Einzelpersonen, Meinungsträger oder auch bestimmte Medien sein, die ein persönliches Interesse an den Inhalten haben und die gewünschte Zielgruppe erreichen können. Durch die Veröffentlichung eurer Inhalte oder in Form von Artikeln oder Postings auf Social Media kann so die eigene Reichweite erheblich gesteigert werden. Die Inhalte sollten die Interessen der Zielgruppe deshalb insofern treffen, als das ein Weitergabe-Impuls ausgelöst wird.

Ein hilfreiches Tool, um die richtigen Influencer aufzuspüren ist beispielsweise das größtenteils kostenlose Tool followerwonk. Hier könnt ihr euch besonders populäre Twitterer (z.B. gemessen an der Anzahl ihrer Follower) zu einem bestimmten Thema anzeigen lassen.

Die richtigen Kommunikationskanäle finden

Habt ihr eure Zielgruppe aufgespürt, gibt es verschiedene Kommunikationskanäle, um diese anzusprechen und zu aktivieren. Beim Content-Seeding unterscheidet man in der Regel zwischen vier verschiedenen Kanälen: Owned Media, Paid Media und Earned Media. Die unten stehende Tabelle erklärt, was die verschiedenen Kommunikationskanäle ausmacht und gibt euch Tipps, wie ihr sie nutzen könnt.

Owned Media Paid Media Earned Media
Definition Posts über Kanäle des eigenen Unternehmens Bezahlte Werbung für das Unternehmen Kostenlose Veröffentlichung von Dritten
Beispiele Firmenwebsite, Firmenblog, Social-Media-Profile, Newsletter Google Adwords, Facebook Anzeigen, bezahlte Influencer Artikel, Erwähnungen in Blogs oder Social Media
Zielgruppe Kunden Breite Zielgruppe Fans und Influencer
Vorteile Geringere Kosten
volle Kontrolle über die Inhalte
Hohe Reichweite
Gute Skalierbarkeit und Messbarkeit
Hohe Transparenz und Akzeptanz
Hohe Reichweite
Langfristig
Nachteile Geringere Reichweite
Mangelnde Glaubwürdigkeit
Geringe Akzeptanz
Kurzfristige Maßnahme
Höhere Kosten
Keine Kontrolle über die Inhalte
Schwer messbar
Tools WordPress (Blogssoftware), Hootsuite (Social Media Dashboard), MailChimp (Newsletter Marketing) Outbrain, Taboola (Werbung unter Themen verwandten Artikeln),Cision (um Artikel zu verbreiten) Gorkana (enthält Listen zu PR Kontakten), Followerwonk, Buzzsumo (um Inlfuencer zu finden)
Tipp! Regelmäßig und zu unterschiedlichen Zeiten posten um viele Leser zu erreichen Wissen über die Zielgruppe und relevante Keywords sammeln Content/Mehrwert bieten z.B. in Form von Downloads, einer Veröffentlichung oder Social-Media-Share

Converged Media – Medienkanäle wachsen zusammen

Für jede Seeding-Kampagne sollte individuell geplant werden, welche Kommunikationskanäle sinnvoll sind. Je nach Thema, Budget und Zielgruppe kann das Content-Seeding auch auf mehreren Medien kombiniert werden, um höhere Reichweiten zu erzielen.

In diesem Zusammenhang ist immer häufiger von Converged Media die Rede. Dies beschreibt den Trend hin zu einer Kombination aus Owned, Paid und Earned Media und der Überlappung dieser Medienkanäle. In der Praxis bedeutet dies, dass nicht zu Letzt auch die zuständigen Marketing-Abteilungen in Zukunft stärker ineinandergreifen müssen.

Durch eine persönliche Ansprache herausstechen

Vor allem im Bereich Earned Media ist eine richtige Ansprache der Influencer entscheidend. Hier sind Freundlichkeit und Empathie gefragt. Denn vorgefertigte Standard-Mails beeindrucken keinen Blogger oder Webseitenbetreiber. Zeigt aufrichtiges Interesse an den Inhalten und versucht Gemeinsamkeiten und Schnittpunkte zu entdecken.

Eine gegenseitige Win-Win-Situation steht dabei immer Vordergrund. Wollt ihr Influencer für euch gewinnen, muss euer Content einen Mehrwert bieten und möglichst shaerable (teilbar) sein. Nur so könnt ihr aus der Masse hervorstechen und auch langfristig eine Beziehung für zukünftige Content-Seeding-Kampagnen aufbauen.

Links sammeln und dokumentieren

Sind die Inhalte erstmals auf verschiedenen Kanälen gestreut, ist es wichtig diese im Rahmen des Monitorings zu kontrollieren. Wurden die Inhalte richtig eingebunden? Sind die Links zum Seitenbetreiber richtig gesetzt? Falls nicht, kann es notwendig sein den Ansprechpartner nochmals zu kontaktieren und um eine Korrektur zu bitten.

Alle Gesprächsverläufe, gefundenen Ansprechpartner und die genutzten Kommunikationskanäle sollten in einem Dokument oder mithilfe eines internen Tools festgehalten werden. So bleibt die Kommunikation nachvollziehbar und ihr könnt euch mit der Zeit eine Content-Seeding-Datenbank aufbauen.

Dafür eignen sich entweder einfache Excel Tabellen oder speziell dafür vorgesehene Software, wie beispielsweise das kostenpflichtige Tool BuzzStream (14 tägige Testversion ist verfügbar). Mit diesem Tool können alle Daten zu potenziellen Linkpartnern festgehalten werden und man behält auch bei mehreren Projekten einen Überblick.

Fazit

Es gibt keine Garantie auf Viralität. Mit gutem Content und einem guten Timing beim Seeding können lediglich die besten Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich Inhalte schnell verbreiten. Unternehmen sollten dabei zukünftig verstärkt auf Converged Media setzen und die verschiedenen Kommunikationskanäle kombinieren, um maximale Erfolge zu erzielen. Eine gute Planung, Recherche und die richtige Ansprache der Influencer beim Content-Seeding nehmen zwar eine gewisse Zeit in Anspruch – doch Aufwand lohnt sich! Denn durch ein gezieltes Content-Seeding könnt ihr eure Netzwerke ausbauen und so eine dauerhafte Verbindung zu eurer Zielgruppe schaffen.

Author bio:

Klaudia ist Content Marketing und Online PR Manager bei Peak Ace. Zuvor arbeitete Sie in verschiedenen Redaktionen als Online-Redakteurin und absolvierte ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Online-Marketing und Website-Konzeption. Ihr Ziel ist es, spannende Content-Kampagnen umzusetzen, die Leser begeistern.

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