Visuell punkten: Formate im Content Marketing und ihre Wirkung

In meinem letzten Post habe ich über Newsjacking gesprochen. Darunter versteht man eine Möglichkeit, um potentielle Content-Ideen zu finden. Die Kunst, einen rundum gelungenen Inhalt zu kreieren, besteht allerdings aus deutlich mehr Komponenten. Es braucht nämlich auch eine Vision, wie man den Inhalt darstellen bzw. ihn der gewünschten Zielgruppe näherbringen möchte. Wir besitzen in der Kommunikation so viele Werkzeuge, nicht nur um Inhalte zu verschönern, sondern auch um die Informationsvermittlung zu erleichtern, den Unterhaltungswert zu steigern und schlussendlich, um das Image zu beeinflussen. Diese sollten wir nutzen.

Gleich vorab: Es soll folgend nicht darum gehen, krampfhaft jeden Beitrag mit einem Bild zu untermauern oder aus jedem Datensatz eine Grafik zu basteln, sondern um die richtige Zusammensetzung aus Tools und Text.

Ich zum Beispiel, bin ein absolut visueller Mensch. Ich zeichne Symbole um To-Do Punkte zu priorisieren, kaufe Wein nach Etiketten und der Spruch „Das Auge isst mit“ könnte exakt so aus meiner Feder stammen. Dennoch schreibe ich Listen, interessiere mich für den Inhalt des Traubensafts ebenso wie für den Geschmack meiner Mahlzeit. So viel zur Verdeutlichung. Ein paar Formate wie CM aussehen kann, möchte ich heute vorstellen. Das wird sicherlich kein Gesamtüberblick, aber ein Overview meiner Top 9 Auswahl (Top 10 kennt ja jeder…)

1. Infografiken und Echtzeitvisualisierungen

Die Kombination aus Wissensübermittlung und Illustration macht diese beiden Darstellungen so beliebt. Selbst komplexe Themen lassen sich mit einer Grafik (und ganz besonders einer interaktiven) veranschaulichen.

Bei einer Infografik lohnt sich der gedankliche Vergleich, wenn man an die eigene Schulzeit zurückdenkt. Ein Lehrer, der es schaffte übersichtliche Tafelbilder zustande zu bringen und dabei gleichzeitig kleine Symbole bzw. Skizzierungen einbaute, vereinte die bestmöglichsten Punkte. Er setzte die Fakten in Szene, wodurch sie interessant wurden und er verankerte sie damit in den Köpfen der Schüler; Stichwort „fotografisches Gedächtnis“. Ob nun im Klassenraum oder im Netz, wichtig ist, dass die Daten verlässlich recherchiert wurden, verständlich in Beziehung gesetzt sind und die Gestaltung ansprechend ist.

Tabellen und Diagramme werde ich ebenfalls an dieser Stelle erwähnen. Auch hier bilden Daten die Basis und die Darstellung dient dazu, um umfangreiche Zusammenhänge klar zu machen.

2. Test, Quiz und Ratespiel

Wer bin ich? Was kann ich? Und wie gut errate ich Dinge?
Laut Tatort-Kommissar-Test bin ich Max Ballauf (Köln). Laut Quiz-Duell bin ich mal super („Medien & Unterhaltung“) und mal grottenschlecht („Im Labor“). Und auch wenn ich bei Zimmer Frei! quasi nie auf die Lösung des Bilderrätsels komme, so bin ich bei „Wer bin ich“ nicht zu unterschätzen.

Content, der uns involviert, der unterhält oder erstaunt, der die Menschen quasi ein wenig durchleuchtet, macht Spaß. Und tut er dies, funktioniert er auch. Der Aufhänger sollte am besten den sogenannten „Kneipenfaktor“ besitzen. Das bedeutet bei uns, ein klares Ja zur Frage: Würde ich mit meinen Freunden bei einem Bierchen über XY sprechen (oder XY spielen)? In diesem Zusammenhang passen die grandiosen Erkenntnisbäume, die die NEON aufführt. So einfach, so gut:
 

3. Freebies

Ein Wort, das für mich am besten zusammenfasst, was sonst nur eine längere Überschrift wiedergegeben hätte:
Ratgeber, Guides, Whitepapers, PDFs oder E-Books.

Wer sich wie ich zum Beispiel gerne in der Blogger-Landschaft umhertreibt und dabei auch den Bereich DIY nicht umgeht, der freut sich immer über ein sogenanntes „Freebie“. Denn das ist ein Geschenk oder eine Kostprobe des Autors und meist im Kontext zum Post (beispielsweise Bastelanleitungen oder Postkarten).

Und nichts anderes bedeutet der Begriff in Bezug auf alle anderen – Unternehmen, Dienstleister, Portale, Marken und so weiter. Ein Teil des Wissens oder der Erfahrungen wird verpackt, als Guide auf der Webseite oder als ausführliches PDF, und eine effektive sowie gerne geteilte Form des Content Marketings entsteht. Es gilt jedoch: Nur weil der Content kostenlos ist, darf die Qualität nicht schlecht sein! Man verteilt ja auch keine Visitenkarten mit Kaffeeflecken.

E-Books stellen die Königsklasse der Freebies dar. Sie sind nicht nur enorm aufwändig, sondern benötigen eine Thematik die genug Stoff bietet und das Vermögen, viele Interessenten zu erreichen.

4. Bilder

Es geht jetzt nicht nur um „Bilder“, sondern um die visuellen Content-Formate, die nicht unter dem Punkt Infografiken und Echtzeitvisualisierungen aufgezählt wurden und noch im Repertoire stecken.

Fotos zum Beispiel. Ob nun die eigenen, um den Inhalt persönlicher zu gestalten oder welche aus dem Fundus der Stockfotografie, um Emotionen zu wecken. Unser Bezug zu Fotos hat sich in den letzten Jahren so massiv geändert, dass ich beinahe der Meinung bin: „Kein Content ohne Foto“.

Memes. Auf diesen Begriff bin ich bei meiner Recherche gestoßen. Kannte ich als Wort so nicht, aber als das was es ist. Man nehme eine Person, gern prominent, weil sich dann für mehr Menschen ein Aha-Effekt erschließt, und füge dem Bild dieses Menschen einen Spruch hinzu. Im Sinne einer ganz besondere Freundin, hier mein Beispiel:
 

 

Comics, Cliparts und Icons werden mitunter als altmodisch betrachtet (Zitat einer Kollegin: „Clipart hat man doch früher bei Word eingefügt oder? Diese komischen Figuren, ne?“). Ich halte sie dennoch für eine schlichte und schöne Art, um sonst eintönige Texte aufzulockern.

Bewegtbilder natürlich. Videos, Animationen und Gifs.
Wenn es Zeit, Budget und Inhalt hergeben, dann bin ich klar Pro Video. Egal ob wir einen animierten Film oder eine Darstellung mit Schauspielern sehen. Wichtig ist, wie bei allen „Bildern“ der thematische Bezug zum Content!

5. Experten-Special

Es gibt Themen, da kennt man sich aus, da kann einem keiner was vormachen. Nun gut, greifen wir hoch und behaupten wir, dass man auf fünf Gebieten absolutes Fachwissen besitzt. Dann bleiben noch zig Millionen weitere Bereiche, zu denen man nicht unbedingt etwas sagen kann. Das Schöne daran: Es gibt Experten. Vom Steuerberater über Hebammen bis hin zu Bloggern. Wird der Inhalt maßgeblich mit Hilfe von externen „Quellen“ aufgebaut, sprechen wir in der Agenur von einem Experten-Artikel oder Blogger-Special. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Informationen sind verlässlich, wodurch der Content an Authenzität gewinnt. Die Meinungen und Beiträge sind unterschiedlich, dadurch steigert sich die Abwechslung. Und durch die Expertise schafft man Glaubwürdigkeit.

6. Portraits und Einzel-Interviews

Hier steht die Person im Vordergrund, nicht „nur“ ihr Wissen. Wir fokussieren uns auf den einzelnen Menschen und seine individuellen Leistungen. Natürlich kann auch eine qualifizierte Fachexpertise dazugehören. Der Content besteht aber aus mehr, und zwar aus einer kompletten Story. Nimmt man Prominente, sichert man sich ein gesteigertes Interesse der Leserschaft und je nach Interview-Partner (und dem Sinn nach Eigen-PR) entsteht im Gegenzug eine Verlinkung zur eigenen Website.

7. Bewertungen, Meinungspost und Fakes

Die Gradwanderung zwischen Affiliate und CM kann schmal sein. So oder so, man kann zumindest nicht erwarten, dass jemand eine Produktbewertung oder eine Buchrezension schreibt, wenn er weder das eine noch das andere je in den Händen hielt. Stellt man es ihm zur Verfügung und produziert daraus einen relevanten Inhalt, finde ich jedoch, dass man quasi die Brücke zwischen beidem schlägt. Ohne (offensichtlichen) Kauf-Button und stets mit absoluter Meinungsfreiheit, entsteht Content der für beide Seiten wertvoll ist.

Wenn ich bei der Ideenfindung für ein Format in diese Richtungen denke, dann ist mein erster und wichtigster Gedanke die Glaubhaftigkeit. Nicht nur, um in der Anfrage mein Gesicht zu wahren, sondern auch um das bestmögliche Ergebnis für meine Kunden zu erzielen.

Fakes sind gleich Dinge, die es so nicht gibt. Schon klar, ist logisch, aber wie soll das funktionieren? Die beste Erklärung liefert hier wohl ein Exempel:
 

8. Listen und Top XY

Ich mag Auflistungen. Alles andere wäre an dieser Stelle nicht nur ziemlich sinnlos, sondern unglaubwürdig. Immerhin schreibe ich hier am Punkt 8 meiner Top 9 der liebsten Content-Formate… Zurück zum Thema.

Listen sind informativ, kurz (oder sagen wir kürzer) und übersichtlich. Ich kann nicht nur schnell in Kategorien unterteilen und Prioritäten veranschaulichen. Durch die Auflistung mache ich auch im gleichen Rahmen meinen Überblick zum Thema deutlich und zeige mein eigenes Know-How.

9. Emotionen

Last but not least, mein persönlicher Favorit, wenn es um darum geht, Inhalte zu füllen: Gefühle. Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass es sich hier um keine Darstellungsform handelt. Dennoch glaube ich, dass es eines der effektivsten Mittel ist, um die gewünschte Zielgruppe anzusprechen. Egal ob zu Freude, Mitgefühl oder zum Nachdenken angeregt werden soll – weckt man eine Emotion, ist man auf dem besten Weg eine Reaktion, Verlinkung oder Interaktion zu kreieren.

Ich sehe, da weiß und gold.“ Unglaublich was ein schlecht fotografiertes Kleid auslösen kann! Warum genau an dieser Stelle dieses Beispiel? Deswegen:
 


Mein Fazit: Die Mischung macht´s!

Content Marketing muss inhaltlich UND optisch überzeugen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Und an alle, die sich nur die Bilder angeschaut haben. Das ist total okay und spielt mir nur in die Karten. Warum? Dafür müsst ihr zumindest die Einleitung dieses Beitrags lesen.

Author bio:

Charlotte ist Content & Online PR Managerin bei Peak Ace. Ihr Ziel: Kreative Ideen und beste Inhalte, mit Hilfe von individueller Kommunikation und persönlichen Beziehungen verwirklichen. Dabei setzt sie stets auf ihr persönliches Arbeitscredo: „Qualität vor Quantität“.

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