Checkliste für interaktiven Content – So klappt der Produktions-Prozess

Interaktiver Content lohnt sich! Er ist ein wichtiger Baustein im Content-Marketing-Mix und bietet Usern eine Kombination aus Information und Unterhaltung. Zugleich birgt interaktiver Content ein hohes Potenzial auf Viralität und die Steigerung des Bekanntheitsgrades einer Marke oder eines Themas.

Die Produktion von interaktivem Content stellt dabei eine besondere Herausforderung an die Planung der Projekte und die Koordination des Content-Marketing-Teams dar. Welche genau, erfahrt ihr im folgenden Artikel. Außerdem haben wir eine praktische Checkliste zum Download bereitgestellt, die euch bei der Produktion von interaktivem Content helfen kann.

Was genau ist interaktiver Content?

Anders als bei statischem Content, wie beispielsweise einem Fachartikel, kann der User interaktiven Content aktiv rezipieren und selbst erforschen. Gute Beispiele dafür sind interaktive Grafiken, Spiele oder interaktive Guides und Landingpages, die etwas Bestimmtes erzählen oder erklären. Hier kann sich der User eigenständig durch die Inhalte klicken und Informationen nach seinem Tempo und nach seinen Interessen aufnehmen. Interaktive Anwendungen eignen sich deshalb hervorragend, um eine Geschichte im Rahmen des Storytellings zu erzählen.

Vor allem für eine junge Zielgruppe, können auch vermeintlich trockene Themen durch interaktive Grafiken ansprechend aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Ein Beispiel dafür ist die interaktive Infografik von umziehen.net zum Thema „Begrüßungsgeld für Studenten“. Durch die starke visuelle Aufbereitung finden die User hier spielerisch alle erforderlichen Informationen und Anlaufstellen in ihrer Stadt.


Begrüßungsgeld für Studenten: Wo bekomme ich wie viel Geld? – Eine Infografik von umziehen.net


Ein weiteres Beispiel für eine sehr virale Kampagne ist der interaktive Guide der Marke Levis. Mit der Kampagne zum Umweltschutz, kann der User individuell berechnen, wie viel Wasser er pro Tag verbraucht und erhält außerdem Tipps zum Wassersparen.
Quelle: http://awesome.good.is/transparency/web/1204/your-daily-dose-of-water/flash.html

Quelle: http://awesome.good.is/transparency/web/1204/your-daily-dose-of-water/flash.html

Insbesondere auch in den sozialen Medien, wie Pinterest oder Facebook, haben interaktiven Grafiken einen hohen Sharing-Faktor und bieten darüber hinaus noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Die Bindung zur Marke wird gestärkt und die Verweildauer auf der Webseite steigt, wodurch die User Signale der Domain verbessert werden.

Herausforderungen bei der Produktion von interaktivem Content

Auch bei interaktivem Content gilt es, einen Mehrwert für die Zielgruppe zu schaffen. Am Anfang steht deshalb immer die Frage: Ist meine Content-Idee relevant und wenn ja, für welche Zielgruppe? Vor der Umsetzung muss außerdem abgeklärt werden, ob Ressourcen vorhanden sind und ob der Content in dieser Form auch umsetzbar ist. Sind diese Fragen fundiert beantwortet, kann der Produktionsprozess beginnen.

Die Erstellung von interaktivem Content erfordert eine enge Zusammenarbeit des Content-Teams mit dem Designer und dem Webentwickler. Nicht immer sprechen alle Parteien dieselbe „Sprache“. Gerade bei interaktiven Projekten müssen viele Funktionen, Verbindungen und eventuelle Animationen der Inhalte durchdacht und besprochen werden. Hierbei kann es besonders schwierig sein, eine bestimmte Vorstellung in Worte zu fassen, um sie dem Designer und Programmierer zu verdeutlichen.

Hier kann es helfen, mit Vergleichen zu arbeiten und Beispiele zu präsentieren. Gibt es vielleicht schon bestehende Grafiken oder Webseiten mit ähnlichen Funktionen, die als Vergleich herangezogen werden können? Wenn nicht, hilft manchmal der Griff zu Stift und Papier, um Ideen mit Skizzen bildlich darzustellen, auch wenn man kein großer Zeichenkünstler ist.

Kommunikation ist das A und O. Durch regelmäßige Absprachen, ob per Mail oder kleine Meetings, sollten alle Parteien auf dem Laufenden gehalten werden. Wichtige Dateien oder Kontaktinformationen sollten bereitgestellt und zugänglich gemacht werden. So wird sichergestellt, dass alle auf demselben Projektstand sind.

Produktionsprozess: Was muss mit wem, wie abgesprochen werden?

Um euch den Produktionsprozess zu erleichtern, haben wir Checklisten für alle Schnittstellen eines interaktiven Projekts zusammengestellt: für das Content-Team, für den Designer und den Webentwickler. Für das Projekt sollten vorab klare Ziele formuliert und Deadlines gesetzt werden, auf welche mit Hilfe der Checkliste hingearbeitet werden kann.

Checkliste: Briefing für den Designer

  • Welche Vergleiche oder Beispiele für das Projekt gibt es, die Aufschluss darüber geben, wie der Content aussehen soll oder nicht aussehen soll?
  • Welches Endformat soll der Content haben und an welcher Stelle soll er eingebunden werden? (z.B. auf einer Landingpage, über einen Embed-Code oder ein WordPress-Plugin)
  • Gibt es einen Styleguide (z.B. Farben oder Schriften) oder sonstige gestalterische Richtlinien, an die sich der Designer halten soll?
  • Soll der Content responsive oder mobile friendly sein und wenn ja, für welche Endgeräte?
  • Gibt es bereits Grafiken, Icons oder Ähnliches, auf die man zurückgreifen kann?
  • Wie stark soll der interaktive Content gebrandet sein?

Checkliste: Briefing für den Webentwickler

  • In welchen Formaten müssen das Design und der Content an den Programmierer geliefert werden?
  • Muss der Content künftig aktualisierbar oder leicht zu bearbeiten sein?
  • Welche Funktionen und Features sollen in die Anwendung eingebaut sein und wie?
  • In welchem Format wird die fertige Anwendung ausgeliefert? (z.B. als Code oder als Zip-Dateien)
  • Wo wird der interaktive Content eingebunden, auf dem eigenen Server oder womöglich auf einem externen?
  • Gibt es noch weitere Verknüpfungspunkte im Content zu Social Media Kanälen oder externen Seiten?

Checkliste: Qualitätsprüfung für das Content-Team

  • Layout: Stimmen alle Elemente Größen, Schriftarten und Farben mit dem Entwurf überein?
  • Text: Sind alle Texte vollständig vorhanden und an der richtigen Stelle eingebunden? Gibt es Rechtschreibfehler?
  • Links: Funktionieren alle eingebauten Verlinkungen? Verlinken sie an den richtigen Stellen und sind die Quellen richtig angegeben?
  • Funktionen: Läuft die Anwendung wie geplant, inklusive aller Animationen, Funktionen und sonstigen Effekte?
  • Responsive Design: Wie verhält sich die Anwendung bei verschiedenen Browsergrößen und auf verschiedenen Endgeräten?

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Der Fragenkatalog kann natürlich je nach den Ansprüchen an das Projekt erweitert werden. Er gibt jedoch einen ersten Überblick über die erforderlichen Informationen und Aufgaben, die sich bei einem interaktiven Content-Projekt stellen.

Die wichtigsten Key Takeaways für interaktive Content-Formate:

  • Interaktiver Content bietet Unterhaltung für den User und birgt gleichzeitig ein hohes Link-Potenzial
  • Die Umsetzung setzt eine gute Projektplanung und Koordination voraus
  • Für einen reibungslosen Verlauf sind regelmäßige Absprachen mit allen Beteiligten entscheidend
  • Eine abschließende Qualitätskontrolle sichert ein optimales Ergebnis

Im Vergleich zu statischen Content-Formaten stellen interaktive Anwendungen einen höheren Aufwand an Budget und Ressourcen dar. Bei einem geplanten Workflow und regelmäßigen Absprachen können Mehrkosten jedoch vermieden werden. Interaktiver Content wird ein zunehmend wichtiger Teil des Content-Marketing-Mix. Interaktive Anwendungen wie Quizze, Spiele oder Guides werden bis zu 21% häufiger geteilt als statischer Content und können bis zu 34% mehr Conversions generieren. Nicht umsonst beschreibt das Marketingteam des großen US-Tools Buzzstream interaktiven Content als „future of content Marketing“.

Author bio:

Klaudia ist Content Marketing und Online PR Manager bei Peak Ace. Zuvor arbeitete Sie in verschiedenen Redaktionen als Online-Redakteurin und absolvierte ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Online-Marketing und Website-Konzeption. Ihr Ziel ist es, spannende Content-Kampagnen umzusetzen, die Leser begeistern.

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