BrightonSEO 2015 Recap

10 Takeaways von der #brightonSEO 2015

Am 17. und 18. September 2015 war es wieder soweit: Eines der Konferenz-Highlights der Saison stand mit der BrightonSEO auf dem Plan. Ein vollgepacktes Programm mit über 50 international renommierten Referenten, diversen Trainingsessions und einem vielfältigen Drumherum versprach eine beeindruckende Veranstaltung im altehrwürdigen Brighton Dome. Peak Ace war natürlich wieder vor Ort und präsentiert euch zehn Takeaways und Learnings von der Konferenz:

Onsite

1. Jon Earnshaw: „Is your content working better for someone else?“

Der Session-Tag startete typisch englisch mit Regen, aber dafür auch gleich mit einem sehr interessanten Beitrag von John Earnshaw in einer an vergangene Studienzeiten erinnernden Hörsaalatmosphäre im Old Courthouse. In seiner Präsentation ging er auf das weitreichende Phänomen ein, dass zwar bereits guter Content erstellt wurde (37% des globalen Marketingbudgets!), dieser aber ohne entsprechende Kuration (sinngemäß = beobachten und überwachen) oftmals nicht optimal funktioniert. Er ging sogar einen Schritt weiter und konnte durch diverse Tests nachweisen, dass Content-Diebstahl dazu führte, dass zum einen Original und Kopie mit ständigen Positionsschwankungen in den SERPs reagierten sowie schlussendlich oftmals die Kopie besser rankte als das Original. Ursächlich hierfür, so Earnshaw, ist die weitestgehend noch inkonsistente Handhabung von Duplicate Content von Seiten Googles. Um diesen Gefahren jedoch entgegenzuwirken, empfehlen sich folgende Handlungsanweisungen:

  • plötzliche Ranking-Schwankungen überwachen
  • historische SERPs untersuchen
  • die betroffene URL/Website („Scraper“) identifizieren
  • Google Scraper Report nutzen

2. Chris Green: „Cannibal content – stopping your website from eating itself“

Als gute Ergänzung zur ersten Session befasste sich Chris Green nachfolgend mit dem Thema der Keyword-Kannibalisation. Diese Problematik tritt auf, wenn verschiedene Seiten einer Website (oder anderen Online-Properties) miteinander für die gleichen Keywords konkurrieren und somit negativen Einfluss auf die Rankings haben. Anschaulich stellte er den Verlauf dar, welcher vom Erkennen der Keyword-Kannibalisation über die zu verwendenden Tools bis zu den schlussendlichen Maßnahmen führte, die sich so kurz zusammenfassen:

  • (wenn möglich) Seitenstruktur verändern
  • Ändern oder Hinzufügen von internen Links
  • der bevorzugten Seite mehr „Marketingliebe“ gönnen
  • spezielles Keyword-Targeting nutzen

3. Pete Campbell: „From SERPs to Markup: How to increase your earned traffic.“

Den Schlusspunkt im Onsite-Track setzte Pete Campbell, der Methoden aufzeigte, um den Traffic innerhalb der SERPs zu steigern. Hierbei beschrieb er, wie es mit Hilfe von Microdata möglich ist, Google bei der Interpretation des Seiten-Kontexts zu helfen und somit Wettbewerbsvorteile zu generieren, die sich z.B. in höherer Click-Through-Rate oder niedrigerer Bounce-Rate äußern können. Hilfreich für Webseiten ist hier eine Auszeichnungen mittels schema.org:

Content

4. Shelli Walsh: „How to have ideas for creative content“

Im wirklich imposanten Ambiente der Brighton Dome Konzerthalle ging es weiter mit den Content-Sessions. Den Anfang machte Shelli Walsh, die den (vielleicht zu) oft zitierten Ansatz „Content is king“ entzauberte. Ihrer Meinung nach sollte der wahre Leitsatz bei der Contenterstellung eher „Content is not king, concept is king“ lauten.

Um mit Hilfe von Brainstorming-Techniken den Weg dorthin zu verdeutlichen, stellte sie u.a. die „Six thinking hats“- Theorie vor (von Edward de Bono 1986 vorgestellte Kreativitätstechnik), mittels derer aus sechs verschiedenen Perspektiven Ideen für Content generiert werden können.

5. Cathal Berragan: „Lessons learned on the way to half a million twitter followers“

Interessante Insights bezüglich Social Media gab es vom vermutlich jüngsten Speaker auf der BrightonSEO, Cathal Berrigan, der bereits im Alter von 17 diverse Twitterprofile mit großer Reichweite aufgebaut hat (z.B. @MedievalReacts), was ihn letztendlich auch auf den Radar großer Firmen wie z.B. Spotify brachte, die infolgedessen mit ihm Kooperationen eingingen. Seine Tipps für erfolgreiches Social Media via Twitter:

  • Nutzer wollen visuelle Inhalte
  • möglichst immer online sein, um mit den Followern zu kommunizieren (= sehr kurze Reaktionszeiten auf aktuelle Ereignisse, Timing)
  • „Social Media hat am Wochenende nicht frei“ – die günstigste Zeit, um die Zielgruppe anzusprechen
  • insbesondere bei jungen Zielgruppen einen „suffering touchpoint“ erfüllen, also Probleme und Sorgen, die zur Identifikation führen

6. Pippa Moyle: „Merging your business into the 24 hour cycle“

Abgerundet wurden die Content-Sessions von Pippa Moyle, die Ansätze vorstellte, um eine möglichst zielsichere Leser- oder auch Kundenansprache zu forcieren. Ob diese erfolgreich ist, zeigt sich ihrer Ansicht bereits nach 3-5 Sekunden, innerhalb derer sich Interessierte entweder auf etwas einlassen oder auch nicht. Wichtig hierbei ist es, wie ein Journalist zu denken, also innerhalb von 24-Stundenzyklen. Zusammenfassend lassen sich 4 Qualitätskriterien herausarbeiten, um eine erfolgreiche Ansprache sicherzustellen:

  • „kenne deinen Leser“
  • „produziere qualitativ hochwertige Inhalte“
  • „verfolge die Nachrichten“
  • „beschäftige dich immer mit deinem Leser“

Links

7. Paul Madden: „A systematic approach to managing relationship & links“

Von uns bereits innig erwartet, begann der letzte Sessionblock zum Thema Links mit Paul Madden, der insbesondere die Herangehensweise bei Outreach und Seeding von Inhalten näher beleuchtete. Schlüsselelemente für erfolgreiches Content Marketing sind der Aufbau eines Netzwerkes, das im Optimalfall entweder über bereits bestehende freundschaftliche Verbindungen erfolgt oder jedoch über das Erfüllen von bestimmten Bedürfnissen (z.B. „emotional triggers“) bei anvisierten Personen geschieht. Das erfolgreiche Platzieren von Inhalten ist zudem noch nicht das Ende von Beziehungen, da es wichtig ist, langfristige Beziehungen zu sogenannten „Influencern“ aufzubauen. Weitere Ansatzpunkte, die bei der richtigen Ansprache laut Madden beachtet werden sollten:

  • Obwohl Emailkontakt gängig ist, ergibt sich dadurch keine persönliche Interaktion (wie etwa bei Telefonaten)
  • Insbesondere Social Media ist für den Aufbau von Kontakten geeignet, jedoch ist dies ein langwieriger Prozess
  • „wie ein Salesmanager denken“ – jedes Gespräch führt dich näher zum Ziel
  • Eine konkrete Zielsetzung ist für jede Stufe innerhalb der Kommunikation und Ansprache sinnvoll

8. Paddy Moogan: „A process of reverse engineering success content“

Weiter ging es in breitestem Englisch mit Paddy Moogan, der die erfolgreiche Erstellung von guten Content in drei Phasen unterteilt:

1. Story/Aufhänger (Nutzung erfolgreicher Contentformate wie Listen, Wie/Warum/Was…-Inhalte, aktualisierte Artikel zu bereits bestehenden Inhalten)

2. Daten (Verwendung eigener wertvoller Daten oder das Auffinden und Aggregieren von interessanten Daten oder Trends – z.B. via Statista oder Google Consumer Surveys)

3. Produktion/Design (ansprechende visuelle Darbietungsformen – z.B. Welche Formate sind besonders erfolgreich? Lassen sich diese noch ein stückweit besser machen?)

9. Kelvin Newman: „How to have less rubbish ideas“

Die nächste Session kam vom BrightonSEO-Moderator und Organisator Kelvin Newman, der die generelle Ideenfindung genauer beleuchtete. Wichtig für die Ideenfindung sind auch hierbei 3 Voraussetzungen:

1. Bessere Ideen ergeben sich aus dem generellen Verständnis des Kontextes
2. Ist der Kontext verständlich, entstehen verlässliche Methoden
3. Bessere Ideen ergeben sich aus der richtigen Umgebung bzw. dem richtigen Umfeld

Aus diesem Verständnis heraus lassen sich Ansatzpunkte für die spezielle Ideenenwicklung ermitteln:

  • Eine neue Idee kann sich aus einem „Remix“ bestimmter Attribute alter Ideen ergeben
  • Je verschiedener diese Attribute sind, desto überraschender die Ideen

10. Dave Trott: „Closing Keynote“

Diese letzte Session ebnete optimal den Weg zur Keynote von UK-Werbeikone Dave Trott, der auf unterhaltsame Art über Kreativität, Psychologie und Marketing referierte. Die wichtigste Erkenntnis des Abends zeigte sich darin, dass alle Marketingkanäle nur Übertragungswege sind sowie einzig und allein der Mensch das virale Element beim Übertragen einer Botschaft ist. Umso wichtiger wiegt die Rolle der Kreativität, die laut Dave Trott der letzte legale Vorteil über den Wettbewerb ist.

Somit endete ein anstrengender, aber ungemein interessanter und aufregender Tag bei der BrightonSEO 2015. Eine Konferenz, die man aufgrund der Organisation, der Location und dem weitem Spektrum an Themengebieten innerhalb der Sessions nur weiterempfehlen kann. Wir freuen uns jetzt bereits auf die nächste BrightonSEO Konferenz und sagen abschließend: Wir kommen wieder!

Author bio:

Stefan Radtke ist SEO Consultant bei der Peak Ace AG und erarbeitet zusammen mit seinen Kollegen strategische und technische Maßnahmen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung. Zuvor arbeitete er u.a. bei eDarling und Toptarif als Inhouse SEO. Sein Ziel ist es, den Kunden tatkräftig zur Seite stehen...

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